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Fundstück: The China Magazine, Christmas Volume 1868

Ein Tor in der Aussen­mauer der Ruinenstadt Nakon Thom. (Zum Grössenvergleich be­achte man den Mann rechts am Toreingang). Der Photo­graph John Thom­son schreibt dazu: „The illu­stration was the only good photograph out of six, the others having been spoiled by the violent efforts of a tribe of black monkeys, who persisted in sha­king the branches of the trees every time they saw me emerge from my tent to expose the plate, and during the exposure they kept chuckling and dan­cing about the branches like black fiends.“

1748 Bücher der Museumsgesellschaft tragen den Zettel: „Der Mu­seums­gesellschaft geschenkt von Herrn J. J. Burkhard“. Es sind fast ausschliesslich Bücher über ferne Länder, zum Teil auch in fremden Sprachen (bis hin zu magadassisch), die der Bibliothek in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über einen Zeitraum von vielen Jahren – jeweils etwa 100, einmal sogar 169 Stück jährlich – geschenkt wurden. „J. J. Burkhard“ steht höchst wahrscheinlich für Hans (Johann) Jakob Burkhard, geboren 1818 in Richterswil und ebenda 1892 gestorben. Von 1876-1887 war er Aktuar der Museums­gesellschaft, als Beruf wird „Partikular“, also Privatier angegeben. Im Jahresbericht von 1891 heisst es vorausschauend: „Seine Schenkungen enthielten, neben weniger Werthvollem, Vieles, das erst in der Zukunft nach seiner Bedeutsamkeit voll erkannt werden dürfte“. Das gilt sowohl für einzelne Titel wie auch für ganze Sammlungen, so etwa die ca. 180 Werke über China. Eines davon ist das Christmas Volume 1868 der in Hongkong erschienen, äusserst seltenen Zeitschrift „The China Magazine“.

Die kulturell ausgerichtete Zeitschrift erschien monatlich von 1868-1870 und richtete sich an Europäer in China und deren Angehörige in Europa. Der Druck der englischen Zeitschrift in Hongkong war, wie der Herausgeber am Ende des Bandes berichtet, ein eigentlicher Hindernis-Parcours. Immerhin kann sich das Resultat sehen lassen: Es enthält die erste (wörtliche) Übersetzung der ersten Kapitel des monumentalen, klassischen Romans „Der Traum der roten Kammer“ von Ts’ao Chan aus dem 18. Jahrhunderts in eine westliche Sprache. Doch damit nicht genug: Der Band ist illustriert nicht mit Zeichnungen oder Stichen, sondern mit vierundzwanzig Originalphotos (Reproduktionen von Photos gab es damals noch nicht), eine davon koloriert. Sie stellen Bauwerke, Landschaften und vor allem Szenen aus dem Alltagleben Chinas dar.

Mindestens drei dieser Photos stammen vom schottischen Photographen John Thomson (1837-1921), der seit 1862 den Fernen Osten bereist hatte und sich 1868 in Hongkong niederliess, um von dort aus wiederum ausgedehnte Reisen zu unternehmen. Eine der ersten dieser Reisen führte ihn zu den Ruinen Kambodschas, die er wohl als erster photographiert hat (s. Abb.) und denen er 1867 eine eigene Publikation widmete.

Bleibt die Frage, wie J. J. Burkhard zu dieser Zeitschrift kam. In Hongkong scheint er jedenfalls selbst nicht gewesen zu sein, denn eine Passerteilung nach Asien oder Australien ist, wie unsere ehemalige Praktikantin Davina Rodgers im Staatsarchiv herausgefunden hat, nicht erfolgt.   Th. Eh.  (Sept. 2007)

The China Magazine, a Monthly Miscellany, illustrated with Photo­graphs, conducted by C. Langdon Davies. Hongkong: Printed and Published at the China Magazine Office; London, W. Allan & Co.; Pa­ris, C. Borrani, 1868 (Christmas Volume) – Signatur: E 1071.