Der Juni im Literaturhaus

Liebe Besucherinnen und Besucher,

der Juni steht vor der Tür, und uns spannende Gäste ins Haus: Marlene Streeruwitz spricht über Mode und Macht (6.6.), Claudia Schmölders über Faust und Helena (7.6.) und das Café Philo über Foucault (14.6.), im «Züri Littéraire» sind Alex Capus und Ruedi Widmer zu Gast (11.6.), in der Reihe «Literatur und Musik» entdecken wir den Komponisten und Musikkritiker Hugo Wolf (10.6.), wir freuen uns auf die Zürcher Buchpremiere von Yusuf Yesilöz (13.6.) und den aufregenden Debütroman der spanischen Autorin Marina Perezagua (19.6.).

Mittwoch 6. Juni, 18:30 Uhr
Marlene Streeruwitz - Anzeichen der Macht

Mode ist sowohl ökonomischer Faktor wie Seismograph gesellschaftlicher Befindlichkeiten, Ausdruck von Sehnsucht und Instrument für Ein- und Ausschlussmechanismen. Auch in der Literatur spielt Mode eine zentrale Rolle. Darüber spricht - zwischen den Bildern der Ausstellung «Fashion Drive» im Kunsthaus Zürich - die österreichische Autorin und Essayistin Marlene Streeruwitz mit Gesa Schneider und der Ausstellungskuratorin Cathérine Hug.

 


Donnerstag 7. Juni, 19:30 Uhr
Claudia Schmölders - Faust und Helena

Niemand hat sich so sehr als Erbe der griechischen Antike verstanden wie die Deutschen; dieser deutschen Faszination für alles Griechische geht die Kulturwissenschaftlerin Claudia Schmölders in «Faust & Helena: Eine deutsch-griechische Faszinationsgeschichte» nach. An der Veranstaltung werden auch Ausschnitte aus dem monumentalen deutschen Stummfilm «Helena: Der Untergang Trojas» von Manfred Noa gezeigt.

 


Sonntag 10. Juni, 11:15 Uhr
Literatur und Musik: Hugo Wolf und seine Lieblingsfeinde, mit Peter Hagmann und Robert Hunger-Bühler

Wir zeigen den Wiener Komponisten und Kritiker Hugo Wolf nicht nur durch seine Musik, sondern auch als Journalisten und Briefschreiber, der seinen Lieblingsfeinden wahlweise «schale Leimsiedereien» oder «bröckelige Ideengerippe» (Brahms) vorwarf. Der Creative Chair der Tonhalle, Brett Dean, hat zudem für ein Kammerensemble des Tonhalle-Orchesters einen Lieder-Zyklus zu Hugo Wolf geschaffen, der erstmals in der Schweiz aufgeführt wird.

Die Tonhalle verlost 5 Eintritte an die Veranstaltung: Beim Kauf von 2 Karten erhalten Sie, bei Losglück, eine davon gratis. Bestellung via boxoffice@tonhalle.ch, Kennwort: litmu.

 


Montag 11. Juni, 20:00 Uhr
Züri Littéraire - mit Alex Capus und Ruedi Widmer

Das Literaturgespräch mit der langen Tradition wird seit 2018 gemeinsam präsentiert von Literaturhaus Zürich und Kaufleuten Kultur. Im Juni geht es um Spielarten des Politischen, in der Literatur und im Bild: Alex Capus ist einer der renommiertesten Schweizer Autoren, Wirt einer Beiz und Bewohner von Olten, er nimmt immer wieder öffentlich Stellung zum politischen Geschehen. Ruedi Widmer ist Grafiker, Zeichner und Kolumnist, seine pointierten Kommentare zum Tagesgeschehen erscheinen regelmässig u.a. im Tages-Anzeiger, in der WOZ, auf Social Media.

 


Mittwoch 13. Juni, 19:30 Uhr
Buchpremiere: Yusuf Yesilöz – Die Wunschplatane

Yusuf Yeşilöz, *1964 in einem kurdischen Dorf in Mittelanatolien, kam 1987 in die Schweiz und lebt heute als freier Autor und Filmemacher in Winterthur. Die Bewegung zwischen verschiedenen Kulturen und Sprachen, das Wechselspiel zwischen Heimat und Fremde prägen sein Werk. «Die Wunschplatane» erzählt humorvoll und melancholisch, in einer Vielzahl verschränkter Geschichten, wie Menschen ihre Beziehungen gestalten und dabei allen Schwierigkeiten zum Trotz immer wieder kleine Inseln von Glück finden.

 


Donnerstag 14. Juni, 19:30 Uhr
Café Philo: Foucault und immer wieder Foucault

Michel Foucaults Methoden der Diskursanalyse und Genealogie, seine Studien über Wissenschaftsgeschichte, Wahnsinn und Justiz sind zu kanonischen Grundlagen der Geisteswissenschaften geworden. Ein Dritteljahrhundert nach Foucaults Tod ist soeben der vierte und letzte Band von dessen «Geschichte der Sexualität» erschienen. Was haben uns in Zeiten von #MeToo und Tinder Foucaults kritische Hinterfragung der sexuellen Befreiung und sein Begriff der «Selbstsorge» immer noch zu sagen?

 


Dienstag 19. Juni, 19:30 Uhr
Marina Perezagua - Hiroshima

Marina Perezagua, in Sevilla geboren, heute Professorin an der New York University, erzählt in ihrem Debütroman »Hiroshima« eine Geschichte von elementarer Kraft: H., die von der Atombombe körperlich wie seelisch gebrandmarkt wurde, begibt sich mit dem Kriegsveteranen Jim auf eine Reise rund um den Globus und hin zu den Abgründen menschlicher Gewalt. «Marina Perezagua ist eine aufregende neue Stimme, sie gehört zu den Besten ihrer Generation.» (Salman Rushdie)

 


Ausserdem im Juni: An der Jahrestagung der Thomas Mann Gesellschaft Zürich geht es in Vorträgen und einer Diskussion um Thomas Mann und Weimar (9.6.), und der Lesezirkel widmet sich einem Gesellschaftsroman von Theodor Fontane (12.6.).

Und verpassen Sie nicht das «schönste Literaturfestival der Schweiz»! Ab dem 2. Juli öffnet der Alte Botanische Garten wieder seine Tore für das Openair Literatur Festival, zu den hochkarätigen Gästen zählen u.a. John Banville, Sofi Oksanen, Clemens J. Setz, Rebecca Solnit, Irvine Welsh u.v.a. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Literaturhaus-Team