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Programm

Mittwoch 24. Oktober 2007  

Bernhard Böschenstein über Paul Celans Kampf um seine Poetik

Datum: Mittwoch 24. Oktober 2007
Zeit: 20.00 Uhr
Preis normal CHF 15.00

Teilnehmer/in:

Einführung und Diskussionsleitung: Prof. Dr. Ulrich Stadler (Universität Zürich)

Als Paul Celan 1961 den Büchner-Preis zugesprochen bekam und an die Ausarbeitung der Preisrede ging, nahm er dies zum Anlass, in grundlegender Weise sein Verständnis von Lyrik zu bedenken. Entstanden ist dabei der Text «Der Meridian», der als Poetik des Autors gelten kann; entstanden sind aber auch eine Vielzahl von Notizen, Entwürfen und Vorstufen, die erst vor wenigen Jahren ediert wurden und die einen faszinierenden Einblick in Celans Ringen um den adäquaten Ausdruck seines Denkens geben. Der Genfer Literaturwissenschaftler Bernhard Böschenstein, Freund und Weggefährte Celans sowie Mitherausgeber der «Meridian»-Vorstufen, wird in seinem Vortrag diesen verschlungenen Wegen nachgehen und dabei in kommentierender Rezitation von vier Gedichten zeigen, dass diese theoretische Anstrengung auch in Celans lyrischem Werk seine Spuren hinterlassen hat. Besprochen werden die Gedichte «Matière de Bretagne» (aus dem Band Sprachgitter) sowie «Tübingen, Jänner» , «Anabasis» und «Le Menhir» (aus dem Band «Die Niemandsrose»).

Prof. Dr. Bernhard Böschenstein (Universität Genf) hat mit seinen Studien zur deutschen und französischen Lyrik internationale Anerkennung gefunden. Zuletzt erschien von ihm der Aufsatzband «Von Morgen nach Abend» (Fink Verlag) sowie eine Rezitations-CD mit Gedichten Friedrich Hölderlins (Castrum Peregrini Press).