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Programm

Dienstag 7. Dezember 2010  

Herta Müller

Datum: Dienstag 7. Dezember 2010
Zeit: 20.00 Uhr
Preis normal CHF 25.00
Preis ermässigt CHF 20.00

Autor/in:
Moderator/in:

Veranstaltungsort: Kongresshaus Zürich, Gartensaal
Kartenverkauf und Reservation über das Literaturhaus.
 
Ernest Wichner, deutscher Schriftsteller und Leiter des Literaturhauses Berlin, spricht mit der Nobelpreisträgerin Herta Müller und führt uns auf einer tour d'horizon durch ihr Schaffen. Von den «Niederungen», ihrem ersten Buch, bis zur «Atemschaukel» (2009).

Herta Müller, Literatur-Nobelpreisträgerin 2009, ist eine «Chronistin des Alltagslebens in der Diktatur». Dort erfuhr sie Sprache als Instrument der Unterdrückung, aber auch als Möglichkeit des Widerstands und der Selbstbehauptung gegenüber der totalitären Macht. Dieses Sprachbewusstsein stellt sie neben Erinnerungen an die Kindheit in den Mittelpunkt ihrer poetischen und politischen Selbstbefragung.
Sie ist eine genaue Beobachterin, deren scharfer Blick und politische Unerbittlichkeit auch und gerade vor der eigenen Erfahrung nie Halt macht; sie selbst hat diesen autobiographischen Zug ihres Werks einmal als «Autofiktionalität» bezeichnet. Und noch etwas zeichnet sie aus: moralische Haltung und Deutlichkeit. Die Form des literarischen Essays liegt ihr dabei ebenso wie erzählende Prosa. Wichtig sind ihr aber auch die Collagengedichte, deren Verfertigung mit Schere und Klebstoff das einzelne Wort in den Mittelpunkt rücken: Diese Sprachbastelei sei, wie sie sagt, ihre Freude, die Prosa hingegen richtige Arbeit.

Seit Anfang der 90er Jahre und der Übersetzung ihrer Werke in mehr als 20 Sprachen gehört Herta Müller mit Büchern wie «Der Fuchs war damals schon ein Jäger» (1992), «Herztier» (1994) und «Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet» (1997) zu den wichtigsten Autoren im internationalen Literaturbetrieb.

Herta Müller wurde am 17. August 1953 in Nitzkydorf im Kreis Temeschwar im lange Zeit deutschsprachigen Banat in Rumänien geboren. Nach den Eingriffen der Zensur in ihr erstes Buch und wiederholten Verhören und Hausdurchsuchungen verließ Müller 1987 schließlich ihre Heimat und siedelte in das damalige West-Berlin über. Dieser Erzählband war schon 1984 im Westen erschienen.

Die Autorin erhielt bereits vor dem Literaturnobelpreis zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis, den Würth-Preis für Europäische Literatur und 2006 den Walter-Hasenclever-Literaturpreis. Seit 1995 ist Herta Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ihr neuester Roman ist unter dem Titel «Atemschaukel» 2009 erschienen.

Vom 10. Dezember 2010 bis 31. März 2011 ist im Literaturhaus Stuttgart die Ausstellung «Minze Minze flaumiran Spektrum» -  Herta Müller und Oska Pastior zu sehen.

Bücher in der Museumsgesellschaft: