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Programm

Dienstag 6. Oktober 2009  

Lesezirkel: Marlen Haushofer

Datum: Dienstag 6. Oktober 2009
Zeit: 20.00 Uhr im Debattierzimmer, 3. Stock

Moderator/in:

Eintritt frei

Der erfolgreichste Roman Marlen Haushofers, «Die Wand», ist ein Bericht einer Frau mittleren Alters, die eines Morgens in einer Jagdhütte erwacht und entdeckt, dass sie durch eine undurchdringliche gläserne Wand von ihren Begleitern und der gesamten Aussenwelt abgeschlossen ist. Auf der anderen Seite scheint jede Zivilisation erloschen. Was als Wochenendausflug begonnen hatte, endet als Umbruch in eine neue Existenz. Für die Schreibende gibt es keine Aussicht auf Rettung, es gibt nur das Überleben. Das ewige Motiv der Marlen Haushofer kreist um die Entdeckung der Dinge. Dabei bleibt sie dem Prinzip treu: nichts belächeln, nichts beweinen, keinen verdammen, nur noch erkennen, also unbestechlicher Chronist sein. Ihre Sprache ist klar und von karger Schönheit, ohne jegliches Pathos, das das existenzielle Thema vielleicht nahe legen würde. Durch die Kontrastruktur von sachlichem Bericht und beschriebenem Grauen entsteht eine Intensität, die nur möglich wird, wo es um Ausserordentliches geht. Marlen Haushofer, 1920 in Oberösterreich geboren und 1970 gestorben, fand zeitlebens, trotz wichtiger Auszeichnungen (u.a. Arthur-Schnitzler-Preis 1963 für den Roman «Die Wand») nur wenig Aufmerksamkeit. Erst im Gefolge der Frauenbewegung kam es in den achtziger Jahren zu einer Neuentdeckung und Neuauflage ihrer Werke.

Herzlich eingeladen zur gemeinsamen Diskussion ihres bekanntesten Romans «Die Wand» sind alle, die den Text gelesen haben. Das Gespräch leitet Simona Fischer.

«Die Wand» ist bei dtv als Taschenbuch erschienen.