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Programm

Mittwoch 25. Februar 2004  

Literatur & Fotografie - Iso Camartin und Lukas Felzmann

Datum: Mittwoch 25. Februar 2004
Zeit: 20.00 Uhr

Teilnehmer/in:

Seit der Erfindung und Verbreitung der Fotografie im 19. Jahrhundert und der damit gegebenen Möglichkeit der exakten Wiedergabe von Wirklichkeit, hat sie die Wahrnehmungsformen in literarischen Werken beeinflusst. In vielen zeitgenössischen Erzählweisen - zum Beispiel von Peter Nádas, W.G. Sebald, Wilhelm Genazino oder Jean-Philippe Toussaint - hinterlässt die scheinbar objektive, detailreiche und oberflächenverhaftete Wiedergabe von Wirklichkeit durch die Fotografie erneut ihre Spuren. Und - es lässt sich deshalb die vage These formulieren - vielleicht denken und schreiben Dichter heute stärker als je zuvor in Bildern.

Die Abende, welche wechselweise im Literaturhaus Zürich und in den Räumen des Zentrums für Fotografie in Winterthur stattfinden, bieten allen Interessierten auf anschauliche Weise Anlass, über gemeinsame Themenbereiche und Strategien von Literatur und Fotografie nachzudenken.

Die erste Veranstaltung dieser Reihe findet in den erweiterten neuen Räumlichkeiten des Zentrums für Fotografie, vor den Bildern des Schweizer Fotografen Lukas Felzmann statt. Zu der Ausstellung erscheint eine Publikation, «Landfall» (Lars Müller Verlag, 2004). Es ist eigentlich ein Lesebuch, ein durchaus literarisches Werk, aufgebaut aus poetischen Einzelbildern, aus Landschaftsfotografien, die sich zu einer sehr persönlichen Erzählung verdichten. Nicht zufällig sind Bücher auch als physische Objekte in einigen Fotografien Felzmanns präsent.

Der in San Francisco lebende Fotograf Lukas Felzmann und der Literaturwissenschaftler und Autor Iso Camartin sprechen über das Lesen von Natur. Und darüber, was die Spuren von schutzlosem Unterwegssein und ziellosem Umherstreifen in Felzmanns Bildern mit Sprache und Literatur zu tun haben.