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Programm

Mittwoch 12. September 2007  

Peter Hamm über Regina Ullmann

Datum: Mittwoch 12. September 2007
Zeit: 20.00 Uhr
Preis normal CHF 15.00

Teilnehmer/in:

Es war allen voran Rainer Maria Rilke, der sich vehement für Regina Ullmann einsetzte, und ihr in der literarischen Welt einiges von jener Hochachtung verschaffte, die er ihr auch in einem Brief entgegenbrachte: «Im ganzen ist Ihr kleines Werk etwas so Schönes, Wahres, Einfaches, wofür man Ihnen nicht genug danken mag und um dessentwillen man Sie herzlich bewundern muss.» Heute ist die Dichterin so unbekannt und so verloren gegangen wie das bis in die sechziger Jahre hinein Robert Walser war - und nicht nur darin sind sich beide verblüffend verwandt.

Regina Ullmann wurde am 14. Dezember 1884 in St. Gallen geboren, lebte eine Zeitlang in München und in Wien und überliess sich schon als Kind dem Schreiben und liess es gewähren. «Die Schwelle der realen Welt und der Welt der Erscheinungen existierte für sie nicht», schreibt Peter Hamm in seinem schönen Nachwort des Erzählbandes «Die Landstrasse», der jetzt in der Kollektion Nagel & Kimche wieder zugänglich ist. Es sei Regina Ullmann einmal beim Nachhauseweg von der Schule ein Engel erschienen, der dicht über ihrem Kopf langsam vorbeizog. Eher unbeeindruckt habe sie ihn sagen hören: «Tue nie etwas, was Du nicht vor allen tun kannst!»