Partner:   Stadt Zürich Kultur      Zürcher Kantonalbank

Programm

Donnerstag 4. Juli 2002  

Seume marschiert durch Zürich

Datum: Donnerstag 4. Juli 2002
Zeit: 20.00 Uhr

Teilnehmer/in:

«In Zürich möchte ich wohl leben: das Örtliche hat mir selten anderwärts so wohl gefallen» - Johann Gottfried Seume spricht in seinem berühmten Reisebericht «Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802» nur kurz, aber emphatisch über Zürich, wo er gegen Ende Juni 1802 weilte. Er kam aus dem vom Krieg verwüsteten Norditalien und eilte nach Frankreich, um sich dort sein Idol Napoleon anzuschauen; er war bedrängt und atemlos und hält von der Schweiz aus einen wuterfüllten Rückblick auf das von Napoleon im Stich gelassene Italien.
Der Wanderer Seume, zu Fuss und per Schiff unterwegs vom Dezember 1801 (ab Grimma bei Leipzig) bis August 1802 (an Grimma bei Leipzig), ist einer der temperamentvollsten Reiseberichterstatter der deutschen Literatur, gelehrt, volksnah und skurril, ein Querkopf und ein grosser Prosaautor und ein noch zu entdeckender vielfältiger Briefschreiber. Vor 200 Jahren wanderte er von Sachsen nach Syrakus und schrieb darüber ein Buch, das - neben Goethes «Italienischer Reise» - zu den einflussreichsten Reisebeschreibungen unserer Literatur gehört.

Jörg Drews (Professor für Literaturkritik an der Universität Bielefeld und Herausgeber der Werke Seumes) erzählt von Seumes Aufenthalt in der Schweiz.