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Programm

Montag 17. Januar 2005  

Terézia Mora (Ungarn)

Datum: Montag 17. Januar 2005
Zeit: 20.00 Uhr

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Ohne Skepsis schreibt diese Autorin keinen Satz. Sie glaubt nicht an die Wahrheit, die Wahrheit dient nur der Bürokratie und das heisst der Unterdrückung. Terézia Mora ist Ungarin. Ihr Roman «Alle Tage» (Luchterhand, 2004) ist das Albtraumbuch unserer Zeit. Seine Hauptfigur, Abel Nema, der an seiner Unberührbarkeit zugrunde geht, brennt sich unauslöschlich in unser Gedächtnis ein. Terézia Mora erzählt die Geschichte eines Menschen, der den Weg zu den Menschen nicht findet - der zehn Sprachen fehlerfrei beherrscht, aber doch mit niemandem reden kann; der von allen Frauen begehrt wird, und doch zur Liebe nicht in der Lage ist; der sich Alkohol literweise zuführt, dem aber die Erfahrung des Rausches fremd ist. Ein Verlorener, der einst aus Jugoslawien davonging - und in der deutschen Stadt nie ankam. Ein geborener Fremdling.

Terézia Mora, geboren 1971 in Sopron, Ungarn, lebt seit 1990 in Berlin. Sie ist Übersetzerin, u.a. von Péter Esterházys «Harmonia Cælestis» - eine geniale Leistung. 1999 erschien der Erzählungsband «Seltsame Materie». «Alle Tage» ist ihr erster Roman.




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