Ein guter Katalog erleichtert die Benutzung

Mit vierzig gekauften Bänden und einer Schenkung von 265 Büchern wurde die Bibliothek der Museumsgesellschaft 1836 ins Leben gerufen. Der Bestand vergrösserte sich rasch, und um die Übersicht zu behalten und den Mitgliedern die Auswahl der Lektüre zu erleichtern, wurden zuerst handschriftliche Listen und bald schon zwei Kataloge – ein Standortkatalog und ein alphabetischer Katalog – angelegt. Der erste gedruckte Katalog von 1839 umfasste 285 französische, 180 englische, 53 italienische und 610 deutsche Bücher und stiess auf grosses Echo: «Der Catalog hat dem Bedürfniß und den Erwartungen entsprochen, und ist von Jedermann gerne genommen worden. Er wird in geeigneter Zeit eine Fortsetzung erhalten.« Um die stets steigenden Druckkosten finanzieren zu können, wurden Neumitglieder zum Kauf der immer dicker werdenden Kataloge verpflichtet. Nach einem weiteren Generalkatalog im Jahr 1843 wurde dieser in den folgenden Jahren durch Supplemente ergänzt. In der dritten Auflage von 1857 wurden die Titel erstmals nach Sprachen getrennt aufgeführt und ab 1890 mit Signaturen ergänzt. Allen Katalogen gemeinsam war, dass sie nicht in der erhofften Anzahl gekauft wurden: «Der neue Katalog unserer Bibliothek wird noch immer nicht so stark gekauft, als es für ausgedehntere und bessere Benutzung derselben wünschenswert wäre. Wenn nemlich dieser Katalog mehr studirt würde, so fänden die Leser, daß die Bibliothek eine Menge geschichtlicher, geographischer und anderer Werke von höherem Interesse enthält, welche man gerne vermehren würde, so bald man sie nicht länger gegenüber den Romanen vernachlässigt sähe. Was nützt es, die schönsten und werthvollsten Werke anzuschaffen, wenn sie so viel als gar nicht verlangt werden?» (Jahresbericht 1891).

Ab 1901 beteiligte sich die Museumsgesellschaft am Aufbau eines Zürcher Zentralzettelkatalogs. Druckkataloge wurden trotzdem parallel dazu weitergeführt. Der zehnte und letzte Katalog erschien 1930 in zwei Bänden und fand sogar den Weg in die Presse: «Man beneidet die Zürcher – schreibt u.a. die Schriftleitung des Luzerner Tagblattes – wenn man in diesem bibliographischen Inventarium blättert, bewundert den literarischen Geschmack und das feinfühlige Verständnis, die die Jahre hindurch in der Anlage dieser Bücherschätze wirksam waren.» (Jahresbericht 1930). Ab den 1930er-Jahren wurden Zettelkataloge zur allgemeinen Benutzung bei der Ausleihtheke aufgestellt. Dabei handelte es sich um eine «Kombination von beweglichen Kästchen, raumsparend und gefällig, [mit] festgeschlossenen, gelochten Druckzettel-Reihen, reichlich mit Leihkarten durchsetzt […]» (Jahresbericht 1932).

Im Jahr 2003 schloss sich die Museumsgesellschaft dem Bibliotheksverbund Nebis (Netzwerk von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz) an. In einem knapp 4-jährigen Projekt wurde der gesamte Bestand (heute: ca. 150'000 Bände) in Nebis rekatalogisiert, wodurch der Bestand im Internet sicht- und bestellbar wurde und vermehrt auch ein externes Publikum anzog. Basis für die Rekatalogisierung waren die seit 1901 erstellten Zettelkataloge. Mit dem Anschluss an SLSP (Swiss Library Service Platform) und der Suchoberfläche swisscovery vollzog sich im Dezember 2020 ein erneuter Katalogwechsel.

 

Weiteres zu den Leserinnen und Lesern, zur Bestandesauswahl, Hitlisten, Neuheiten und Ausleihstatistiken finden Sie in der neuen Ausstellung der Museumsgesellschaft im Foyer im 1. Stock sowie im Debattierzimmer im 3. Stock.