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Programm

Montag 6. September 2010  

László Krasznahorkai - Ungarn

Datum: Montag 6. September 2010
Zeit: 20.00 Uhr
18.00

Autor/in:
Moderator/in:

Das Gespräch mit László Krasznahorkai führt Andreas Breitenstein

Die siebzehn metaphysischen Erzählungen des Ungarn László Krasznahorkai, «Seiobo auf Erden» (Fischer, 2010), sind eine Lobpreisung des aufmerksamen, konzentrierten, geduldigen Tuns. Denn die Versenkung in eine Tätigkeit, die mithin dann Schönheit hervorbringt, ebnet für Krasznahorkai den Weg zum «Religiösen ohne Gott».
Seiobo ist eine japanische Göttin, in deren Garten die Pfirsiche nur alle 3000 Jahre blühen, aber Unsterblichkeit schenken. Der Glaube an solche Geschichten ist uns längst abhanden gekommen, nicht aber die Sehnsucht danach. Ihr geht Laszlo Krasznahorkai in seinen Prosastücken nach.
Seine Helden sind Maler, Schauspieler, Wissenschaftler - Menschen, die erzittern, wenn die Dinge plötzlich die Augen vor uns schliessen. «Kamojäger», die erste Erzählung des Buches, beschreibt, wie, mitten in Kyoto im Fluss stehend, unbeirrt von der Welt des «Ereigniswahnsinns» ringsum, der weisse Vogel in regloser Ewigkeit auf jenen Augenblick wartet, in dem er einen Fisch aufspiessen kann. Der Reiher verkörpert Wille und Aufmerksamkeit, Schönheit und Dauer. Und führt den Menschen vor, welche innere Freiheit sie wiedererlangen könnten – wenn sie nur Zeit und Augen zum Hinschauen hätten.

László Krasznahorkai wurde 1954 in Gyula, Ungarn geboren. Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Preise. Zuletzt erschienen die Romane «Krieg und Krieg» und «Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss».

Bücher in der Museumsgesellschaft: