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Programm

Mittwoch 14. Januar 2004  

Norbert Gstrein

Datum: Mittwoch 14. Januar 2004
Zeit: 20.00 Uhr
0.00

Autor/in:
Teilnehmer/in:

Andreas Breitenstein (Feuilletonredaktor NZZ) und Cyrill Stieger (Auslandredaktor NZZ, der selbst als Kriegsjournalist in Vukovar war) diskutieren mit Norbert Gstrein über das Kriegsverbrechen und seine (literarische) Darstellbarkeit.

«Das Handwerk des Tötens» (Suhrkamp, 2003) ist ein grosser Roman über die jüngsten Kriege auf dem Balkan, in dem Norbert Gstrein auch das Verhältnis der Kriegswirklichkeit zur literarischen Darstellung auslotet. Wie über den Krieg schreiben? Das ist das Problem, das die drei Hauptprotagonisten des Romans bewegt und das alle unterschiedlich lösen, ohne dass jedoch die Wirklichkeit des Krieges in der Distanz verschwimmt. Der Kriegsjournalist Allmayer setzt (aus erster Hand) auf Reportage, seinem Freund, dem Reisejournalisten Paul, schwebt (aus zweiter Hand) ein freizügig mit einem Plot versehenen Roman über Allmayers Tod vor, und der Erzähler stellt beides in Frage und schreibt (aus dritter Hand) den Roman dieses Romans, den es nie geben wird.

Norbert Gstrein, geboren 1961 im Tirol, hat sich mit «Das Handwerk des Tötens» zu einem der wichtigsten Erzähler der europäischen Literatur etabliert.

Bücher in der Museumsgesellschaft: