Verein Museumsgesellschaft

Seit 1834 bietet die Museumsgesellschaft ihren Mitgliedern in einer inspirierenden Atmosphäre an sieben Wochentagen die Möglichkeit zur Lektüre, zum Studium und zur Gedankenarbeit. Rund 1’200 Mitglieder nehmen die Angebote der Museumsgesellschaft heute in Anspruch und sichern die Kontinuität dieser ehrwürdigen Institution.

Mitglied werden

Die Mitgliedschaft steht grundsätzlich allen offen. Sie berechtigt zur Nutzung der Lesesäle, der Ausleihe der Bibliotheksbestände und zu reduzierten Ticketpreisen für die Veranstaltungen des Literaturhauses. Interessent*innen können sich hier online für die gewünschte Mitgliedschaft anmelden.

Geschichte

Mitten in der Zeit des liberalen Aufbruchs in Zürich wird 1834 die Museumsgesellschaft als Lesegesellschaft gegründet. Treibende Kräfte sind die Dozenten der 1833 gegründeten Universität sowie die «Kaufmännische Lesegesellschaft», die sich kurz zuvor mit der «Lesegesellschaft auf der Chorherrenstube» zusammengeschlossen hat. Fast die ganze Professorenschaft der neuen Universität figuriert auf der Stiftungsurkunde der Museumsgesellschaft, und auch die alteingesessenen Zürcher Geschlechter sind stark vertreten. Ziel ist es, den Mitgliedern Zugang zu aktuellen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern zu gewähren und ihnen einen Raum zur Lektüre zur Verfügung zu stellen.

Als «Verein von Personen aller Stände», ist die Museumsgesellschaft von Beginn weg offen für Mitglieder verschiedenster politischer, konfessioneller und sozialer Herkunft und Ausrichtung. Die Frauen müssen allerdings bis 1894 warten, um als reguläre Mitglieder der Gesellschaft beitreten zu können. Bei der Auswahl der Zeitungen, Zeitschriften und Bücher wird entsprechend immer auf ein möglichst breites Spektrum an Meinungen und Positionen Wert gelegt.

1867 baut sich die Gesellschaft, die bis anhin im Obergeschoss des «Rüden» einquartiert gewesen war, ein eigenes Haus am Limmatquai (Architekt: Ferdinand Stadler), das bis heute Sitz der Gesellschaft ist. Gottfried Keller, Lenin und Stefan Zweig haben hier gesessen, und auch heute fehlt es nicht an prominenten Mitgliedern und Besuchern. Im Ersten Weltkrieg und in der Zeit des Nationalsozialismus bot die Museumsgesellschaft vielen, vor allem deutschen und österreichischen Emigranten eine Zufluchtsstätte, in der sie in Ruhe arbeiten und sich über die Weltlage informieren konnten.

 

Im Jahr 2000 wurde das bestehende Angebot der Museumsgesellschaft, Lesesaal und Bibliothek, um den Betrieb eines Literaturhauses erweitert. Ein solches hatte in Zürich schon lange gefehlt. Der Erfolg belohnte das Wagnis: Die Gesellschaft nahm einen neuen Aufschwung. Neue Mitglieder kamen dazu, und die Stadt anerkannte das «Literaturhaus der Museumsgesellschaft» als Zürcher Literaturhaus und subventioniert es seit 2001.

Lesesaal, Bibliothek und Literaturhaus sind heute weder aus der Stadt noch aus der Gesellschaft wegzudenken.

Das Buch zur Geschichte der Museumsgesellschaft erschien 2009 anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums der Gesellschaft und wurde vom damaligen Bibliotheksleiter verfasst. Es kann in der Bibliothek ausgeliehen oder im Lesesaal gekauft werden.

Thomas Ehrsam: Silentium! Lesen und literarisches Leben in Zürich: Museumsgesellschaft und Literaturhaus. Limmat Verlag, Zürich, 2009

Organisation

Die Museumsgesellschaft ist ein im Handelsregister eingetragener Verein gemäss Art. 60 ff. ZGB mit Sitz in Zürich. Der Verein fördert die Literatur und die Kultur des Lesens.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Vereinsorgan und vereint alle Mitglieder. Die strategische Führung des Vereins obliegt dem ehrenamtlichen Vorstand. Dieser setzt sich aus sieben bis neun Mitgliedern zusammen.

Als Revisionsstelle amtet eine anerkannte Revisionsgesellschaft, die jährlich von der Mitgliederversammlung gewählt wird.

Vorstand

Präsident: Dr. phil. Christoph Wittmer
Co-Vizepräsidium: Christine Eggenberg und Dr. phil. Elisabeth Maurer
Quästorin: Dr. iur. Maja Bauer-Balmelli
Aktuar: lic. iur. RA Christoph Meyer
Dipl. Arch. ETH Andreas LaRoche
lic. phil. Karen Roth-Krauthammer
M. A. Stephanie von Harrach

Revisionsstelle: KPMG

Führungen

Interessieren Sie sich für die Bestände und Räumlichkeiten der Bibliothek der Museumsgesellschaft? Möchten Sie wissen, wer im Laufe der Zeit im Lesesaal am Limmatquai gesessen hat? Haben Sie Lust auf eine Mitgliedschaft, möchten aber vorher genauer Bescheid wissen? Sind Sie schon Mitglied und wollten schon immer mal in den Keller steigen?

Öffentliche Führungen

Für interessierte Einzelpersonen finden jeweils an einem Samstag im Frühling und Herbst Führungen statt.
Nächster Termin: Frühjahr 2023.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldung bitte unter bibliothek@mug.ch. Die Führung dauert ca. 1 Stunde.

Gruppen

Interessierte Gruppen (bis 10 Personen) melden sich bitte mit Angabe der Gruppengrösse sowie des Wunschdatums unter bibliothek@mug.ch.