Writers in Residence

Seit Dezember 2010 bieten das Literaturhaus Zürich und die Stiftung PWG, mit Unterstützung von Stadt und Kanton Zürich, eine Writers-in-Residence-Wohnung an. Seit Februar 2026 ist unsere 31. Writer in Residence Aliyeh Ataei in Zürich.

Leben und Werk

Sie wurde 1980 in Zahedan im Iran geboren und wuchs in Darmian auf, einer Grenzregion zwischen der iranischen Provinz Süd-Khorasan und der afghanischen Provinz Farah. Ihre Arbeit, die stark von ihren eigenen Erfahrungen an der Grenze geprägt ist, an der sie aufgewachsen ist, befasst sich mit Themen wie Krieg und Identität sowie der Situation von Frauen und den Wunden des Exils. Nach ihrer Schulzeit in Birjand studierte Aliyeh Ataei an der Teheraner Universität der Künste, wo sie einen Master-Abschluss in Theaterwissenschaften erwarb. Aliyeh Ataeis Kurzgeschichten und Essays wurden in zahlreichen internationalen Literaturzeitschriften veröffentlicht, darunter Guernica, Words without Borders und Michigan Quarterly Review. Seit 2012 hat sie fünf Bücher geschrieben, die im Iran veröffentlicht wurden, wo sie mehrere Literaturpreise gewonnen hat, darunter 2014 den renommierten Mehregan-e-Adab-Preis für den besten Roman.

Mit «Im Land der Vergessenen» (Luchterhand 2025, aus dem Persischen von Nushin Maryam Mameghanian-Prenzlow) erschien nun erstmals ein Werk von Aliyeh Ataei in deutscher Übersetzung. In dieser Sammlung persönlicher Erzählungen schildert sie die Auswirkungen von Krieg und Trauma vor allem auf die Frauen in ihrer Familie, wofür die Autorin insbesondere in Frankreich grosses Lob erhielt: «Ces récits racontent ce que les reportages de la presse internationale ne peuvent pas connaître. C’est de l’intérieur, de l’intimité d’une jeune fille, que l’époque de la guerre en Iran est relatée.» (Taher Ben Jelloun, Le Point, 19.4.2023)

Veranstaltung

Am Montag, den 2. März 2026, wird sie im Literaturhaus auftreten, sich in einem Gespräch mit Pablo Assandri über ihr Schreiben austauschen und aus ihrem Erzählband «Im Land der Vergessenen» (Luchterhand 2025) vorlesen. Das Gespräch findet auf Englisch statt. Aus der deutschen Übersetzung liest die Schweizer Schauspielerin Vera Bommer.

Fernab des Alltags

Wechselnde Autor*innen aus aller Welt können sich hier in Ruhe jeweils während eines halben Jahres auf ihr Schreiben konzentrieren.

Die bisherigen Gäste:

  • Olli Jalonen (Finnland)
  • Kiran Nagarkar (Indien)
  • Aslı Erdoğan (Türkei)
  • Ángela Pradelli (Argentinien)
  • Sreten Ugričić (Serbien)
  • Girgis Shoukry (Ägypten)
  • Noémi Kiss (Ungarn)
  • Teju Cole (USA/Nigeria)
  • Tamta Melashvili (Georgien)
  • Xiaolu Guo (England/China)
  • Tadeusz Dabrowski (Polen)
  • Shumona Sinha (Indien/Frankreich)
  • Viktor Martinowitsch (Weissrussland),
  • Ken Bugul (Senegal),
  • Hernán Ronsino (Argentinien)
  • Bae Suah (Südkorea)
  • Georgi Gospodinov (Bulgarien)
  • Aura Xilonen (Mexiko)
  • Maaza Mengiste (Äthiopien/USA)
  • Christos Chryssopoulos (Griechenland)
  • Lana Bastašić (Kroatien)
  • Sjón (Island)
  • Djaimilia Pereira de Almeida (Portugal/Angola)
  • Josephine Rowe (Australien)
  • Khaled Khalifa (Syrien)
  • Adania Shibli (Deutschland/Palästina)
  • Sayaka Murata (Japan)
  • Laksmi Pamuntjak (Indonesien)
  • Jean D’Amérique (Haiti/Frankreich)
  • Carlos Fonseca (Costa Rica / Puerto Rico)

Kuration 2010-2013: Beatrice Stoll

Kuration 2013-2024 (1. Halbjahr): Gesa Schneider

Kuration seit zweiter Hälfte 2024: Nicola Steiner

Projektleitung: Pablo Assandri