Writers in Residence

Seit Dezember 2010 bieten das Literaturhaus Zürich, der Verein «Writers in Residence» und die Stiftung PWG, mit Unterstützung von Stadt und Kanton Zürich, eine Writers-in-Residence-Wohnung an.  Mitte September 2022 stand Khaled Khalifa auf der Literaturhaus-Bühne. Ab Januar 2023 kommt der syrische Autor als 25. Writer in Residence nach Zürich zurück.

Leben und Werk

Der syrische Autor Khaled Khalifa (geboren 1964 in Aleppo) lebt und arbeitet in Damaskus. Er zählt zu den bedeutendsten arabischen Autoren und schreibt aus seiner Heimat, nicht aus dem Exil, obwohl sein Werk in Syrien verboten ist. Er studierte Jura an der Universität Aleppo, war Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift «Alif» und ist Autor von zahlreichen Romanen sowie Drehbüchern für Kinofilme und Fernsehserien. Seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

Sein dritter Roman «Lob des Hasses» (auf Arabisch 2006, noch nicht auf Deutsch übersetzt), an dem er 13 Jahre gearbeitet hatte, verhalf ihm zum internationalen Durchbruch.

Sieben Jahre später erschien sein vierter Roman «Keine Messer in den Küchen dieser Stadt» (auf Arabisch 2013, dt. Übersetzung bei Rowohlt 2020), der sehr positiv rezipiert und mit dem renommierten Preis Naguib Mahfouz Medal for Literature ausgezeichnet wurde.

Sein meistübersetzter Roman – der unterdessen fünfte – «Der Tod ist ein mühseliges Geschäft» erschien 2015 im arabischen Original und wurde als erster seiner Texte auch ins Deutsche übersetzt (Rowohlt 2018, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich).

Sein neuester Roman «Keiner betete an ihren Gräbern» (Rowohlt 2022, aus dem Arabischen von Larissa Bender) beschreibt die Entwicklung Syriens im letzten Jahrhundert durch die Geschichte des Christen Hanna und seines muslimischen besten Freundes Zakaria. Immer verbindet Khaled Khalifa den Bilderreichtum der arabischen Sprache gekonnt mit Reflexionen über Leben und Tod und erinnert an die bedeutende kulturelle Vergangenheit Syriens, die heute so weit weg scheint.

Khalifa war sowohl mit «Der Tod ist ein mühseliges Geschäft» als auch mit «Keiner betete an ihren Gräbern» im Literaturhaus zu Gast.

Fernab des Alltags

Wechselnde Autor*innen aus aller Welt können sich hier in Ruhe jeweils während eines halben Jahres auf ihr Schreiben konzentrieren.


Einige der bisherigen Gäste:
– Tadeusz Dabrowski (Polen)
– Shumona Sinha (Indien/Frankreich)
– Viktor Martinowitsch (Weissrussland),
– Ken Bugul (Senegal),
– Hernán Ronsino (Argentinien)
– Bae Suah (Südkorea)
– Georgi Gospodinov (Bulgarien)
– Aura Xilonen (Mexiko)
– Maaza Mengiste (Äthiopien/USA)
– Christos Chryssopoulos (Griechenland)
– Lana Bastašić (Kroatien)
– Sjón (Island)
– Djaimilia Pereira de Almeida (Portugal/Angola)
– Josephine Rowe (Australien)